Le Fou & la Marotte
Handpuppen und Gesangsgeschichten
Geplante Uraufführung 2028
Das Projekt
Der Narr kommt mit seinem Theater, einem kleinen Schloss, einem Castelet. In seiner Hand hält er einen Narrenstab, mit dem er spricht, mit dem er spielt. Dieses Spiel bringt ihn dazu, den Narrenstab auf das Castelet zu legen. Sie erwacht zum Leben.
Die Marotte befindet sich mitten auf einem Schachbrett, auf dem alle Figuren bereit sind, das gegnerische Feld zu bekämpfen: Bauer, Pferd, König, Dame… Jede folgt den aufgestellten Regeln und bleibt brav in ihren Feldern. Die Marotte findet darin keinen Platz, sie kann nicht stillhalten. Sie ist ins Spiel verwickelt, aber durch ihre Narrheit unfähig, die Logik seiner Codes zu respektieren. Verlieren, gewinnen, kämpfen, fliehen oder bis ans Ende des Schachbretts gehen? Muss sie es umwerfen?
Sie trifft nacheinander alle Bewohner, die Figuren dieser geometrischen Welt. Ihr Narrheitskorn öffnet die Türen der Vorstellungskraft und ermöglicht es, Abstand zu gewinnen, den Rahmen zu verlassen und außergewöhnliche Situationen zu durchqueren: Verdoppelungen, Maßstabsänderungen, Zauberkunststücke… bis zum Brechpunkt, wo das Reale und das Absurde zerbrechen, und schließlich vom Status der Figur zum Status des Spielers zu wechseln.
Der Narr
Eine liminale und karnevalistische Figur, die sich ab dem Mittelalter in Europa verbreitet. Der Narr entkommt festen Zuschreibungen. Er besitzt eine soziale Mobilität, die kein anderer hat, und für ihn ist die Übertretung erlaubt. Gaukler und Troubadur, erschüttert er Hierarchien und verkündet störende Wahrheiten unter dem Deckmantel der Narrheit. Er trägt eine Kapuze mit Eselohren und Hahnenkamm, ein buntes Gewand, Schellen. In seiner Hand hält er eine Marotte, einen Stab mit grotesker Kopfbedeckung, eine Parodie des Zepters, ein Miniatur-Doppel seiner selbst. Den Narren heute auf der Bühne spielen zu lassen bedeutet, die Grenzen des Spiels, der Codes, des fantastischen Potenzials der Marionette auszuloten. Es bedeutet, diese kollektive Freiheit zu gewähren. Wir säen den Keim der Narrheit, und das Publikum wird von diesem Ritual erfasst.
Figuren und Ausstattung
- Der Narr: menschliche Figur gespielt von Léandre, Schauspieler und Spielmann. Er bespielt den Raum, spricht das Publikum an, tanzt, gestikuliert, spielt Instrumente, improvisiert.
- Die Marotte: zunächst vom Narren getragener Narrenstab, wird zur Handpuppe, wenn sie auf das Castelet gelegt wird.
- Das Castelet: kleines Schloss mit zwei Türmen, Reproduktion der ältesten Archivdarstellung eines Marionettentheaters, Buchmalerei von Jehan de Grise ca. 1338–1344.
Für Fachpublikum:
Vorläufiges technisches Dossier
- Geplante Dauer: 45 Minuten
- Publikum: Alle Altersgruppen · 150 Personen
- Verbreitung: Im Freien, nicht dedizierte Orte, kleine Säle
- Techniken: Handpuppen, Narrenstäbe, Schauspiel, Gesang, Musik (Trommel, Trompete), Magie, Spezialeffekte
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