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Kompanie

Ausstellung

Wanderausstellung

Ein von renommierten Partnern unterstütztes Projekt

Unter den Leinwänden der Polichinelles ist eine ikonographische Ausstellung, die der Kasperlmarionette in Europa vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert gewidmet ist. Sie präsentiert eine Auswahl von 120 Bildern (Stichen, Gemälden, Zeichnungen), ausgewählt aus einem umfangreichen Archiv digitaler Reproduktionen, das über drei Jahre Forschung zusammengestellt wurde.

Diese Werke dokumentieren eine einzigartige und weit verbreitete Praxis über Jahrhunderte und europäische Länder hinweg: das Marionettenspiel im Kasperl-Theater im öffentlichen Raum. Die Ausstellung lädt ein, das Spektakel in all seinen untrennbaren Bestandteilen zu beobachten: die Bühne, die Marionetten, die Musiker und Marktschreier, das Publikum, den Vorstellungsraum, die Wirtschaft und die Herstellung. Sie lädt auch dazu ein, unter die Leinwand zu schauen, auf die verborgene Seite: den Puppenspieler, die Manipulation, die Inszenierung.

Das Dispositiv

Die Reproduktionen werden auf vier Ausstellungsstrukturen unterschiedlicher Größe präsentiert, die als Kasperl-Theater konzipiert sind. Das Publikum ist eingeladen, in diese Kasperl-Theater hineinzuschlüpfen und abwechselnd die Rolle des Puppenspielers, des Marktschreiers, des Zuschauers oder des einfachen Passanten einzunehmen.

Die Konstanten einer Praxis

Die Polichinelles

Die Protagonisten teilen physische und soziale Merkmale, die in ganz Europa erkennbar sind: eine markante Nase, eine Maske oder ein Gesicht mit leuchtenden Farben, Höcker, Glöckchen. Sie verkörpern außergewöhnliche, karnevaleske und subversive Figuren, die mit der Rolle der Narrenfigur verbunden sind. Vor allem aber haben sie alle dieselbe Stimme: eine künstliche Stimme, die von dem Pfeifchen erzeugt wird, das dem Puppenspieler in den Mund gelegt wird und dem Charakter das Wesentliche seines Charakters verleiht.

Publikum und Raum

Die Aufführungen werden stets in ihren Umgebungsraum eingebettet dargestellt: Stadt, Land oder Jahrmarkt. Das Publikum steht zusammen (etwa dreißig Personen aus allen sozialen Schichten, Kinder wie Erwachsene). Der Aufführungsraum ist konstitutiv für das Spektakel.

Die Wirtschaft

Das Spektakel lebt von der Großzügigkeit des Publikums. Da der Puppenspieler versteckt in seinem Kasperl-Theater spielt, wird eine Figur fast systematisch an seiner Seite: der Marktschreier. Er wacht über das Kasperl-Theater, spielt Musik, verkauft Heilmittel, macht Kunststücke. Er ist zugleich Anziehungspunkt, Vermittler und Einsammler.

Die Herstellung

Als fahrende Kunst, ohne feste Lizenz oder Erlaubnis aufgeführt, ist das Kasperl-Theater leicht und tragbar, für eine einzelne Person konzipiert. Das Kasperl-Theater-Spektakel beruht auf einer Maßschneider-Wirtschaft: Die Marionetten werden für die Hand, die sie animiert, geschnitzt und genäht, das Kasperl-Theater nach den Maßen der Spannweite des Puppenspielers gebaut. Vor der Industrialisierung waren die notwendigen Fertigkeiten (Holzschnitzerei, Nähen, Malen) gängige Handwerksberufe, und der Puppenspieler war auch Handwerker.

Das Team

Ausstellung produziert von der Compagnie UEUEUE
Kuratoren: Anastasia Puppis & Léandre Simioni
Wissenschaftlicher Beirat: Cristina Grazioli (Universität Padua), Anna Leone (EHESS, Paris), Didier Plassard (Université Paul-Valéry Montpellier 3, ERC PuppetPlays-Projekt)
Herstellung der Kasperl-Theater: Paolo Saldari, Compagnia l'Aprisogni

Kalender

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